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Ich möchte einen Galgo adoptieren,
aber einen, den ich „FREI LAUFEN“ lassen kann.

 

Mit folgendem Text spricht eine erfahrene Galgohalterin dem Vorstand des Vereins Galgos Greys & more aus dem Herzen. Wir möchten deshalb mithelfen, den Text zu verbreiten, denn leider kommt es mit Windhunden ausserhalb Spaniens regelmässig zu Unfällen oder gar Todesfällen - aus Unwissenheit oder Falscheinschätzung von Situationen.
Galgos Greys & more klärt seine Adoptanten ausführlich über Vermeidbares auf, damit sich Mensch und Tier an einem langen Zusammenleben erfreuen können.
Bitte, geht mit euren Hunden keine Risiken ein und respektiert als Tierfreunde auch den Wildschutz!!!  

Vorstand Galgos Greys & more

Nein, niemand ist neidisch auf Menschen, die ihre Hunde ableinen können. Es gibt aber viele Menschen, die dank jahrelanger Erfahrung wissen, dass es hohe Risiken beim Freilauf gibt, die für den Hund tödlich enden können. Bei all den Sofabildchen und den wunderbaren Wesenszügen dieser Hunderasse: Windhunde sind und bleiben Jagdhunde (Kurzstreckenläufer, Hetz- und Sichtjäger). Sie können draussen ohne Leine schnell zur unkontrollierbaren Gefahr werden. Für sich selbst, aber auch für andere!

Man sollte also bedenken: Wenn einem uneingeschränkter Freilauf bei einem Hund wirklich sehr wichtig ist und man darüber alle Warnungen und Vorsichtsmassnahmen in den Wind schlägt, weil der Hund ja frei laufen „muss“, dann sollte man von einer Windhundadoption absehen.

Bei Galgos gibt es eine von Windhund-Neulingen wenig beachtete, oftmals nicht bekannte Besonderheit: Ganz am Anfang nach dem allerersten Eingewöhnen kleben einem die Hunde förmlich am Bein. Doch je länger die Hunde in ihrem neuen Zuhause sind, desto eigenständiger werden sie. Wenn sie eine ordentliche Bindung haben, „laufen sie nicht einfach mal so weg“. Nein, sie kommen zurück, das ist nicht gemeint. Es geht vielmehr um Folgendes: Ja, manche Galgos laufen frei. Die meisten, die ich in den vergangenen Jahren kennen lernte, liefen irgendwann einmal frei. Sehr wenige davon laufen heute immer noch und überall frei. Das sind äusserst seltene Ausnahmehunde.

Auch meine Hunde liefen ab und zu frei - ich war äusserst vorsichtig mit der Wahl der Plätze, bevor ich ableinte. „Wildarm“, fernab von Strassen musste das Gelände sein, das ist hierzulande schwierig zu finden.

Mit meiner ersten Galga hatte ich noch Hoffnungen. Ich machte Einzeltraining und alles Mögliche, damit sie abrufbar war. Sie gehorchte in der Tat immer besser. Die ersten zwei Jahre war das Ableinen einfach. Zweimal rufen, und sie stand vor mir. Je länger sie allerdings bei mir war, desto selbstständiger wurde meine Hündin. Je öfter sie den Hasen schon vor mir entdeckte, desto schwieriger wurde das Ableinen insgesamt. Und es wurde teuer! Anfangs waren es nur kleine Verletzungen. Dann bekam sie einmal nach einer Hasenjagd die Greyhoundsperre (=akute Lebensgefahr).

Das letzte Mal als mir diese Galga durchbrannte, hatte ich den Hasen zwar vorher gesehen, bekam sie aber nicht mehr rechtzeitig zu fassen und ... weg war sie!

Eingesammelt habe ich sie 20 Minuten später mit aufgeschlitzten Seiten (Highspeed durch ein Dornengebüsch) und blutigem, abgerissenem Ballen. Dieser musste im Anschluss amputiert werden.

Das war der Moment, an dem ich beschloss, diesen Hund NICHT mehr abzuleinen, sicherheitshalber! Da war sie 6 Jahre alt. Heute läuft sie nur noch im gesicherten Gelände und Punkt. Sie ist mittlerweile 10 Jahre alt. Ableinen wäre hier und da machbar, das Risiko ist mir jedoch zu gross.

Galga2 - schon älter, klebte in meinen Kniekehlen – jahrelang und IMMER. Sie lief überall frei, viele Jahre. Sie hätte nie den Weg verlassen, für nichts. Das dachte ich jedenfalls… Eines schönen Tages war ich mit meinen drei Hunden im Wald unterwegs. Zwei waren an der Leine, Galga2  lief wie immer frei.

Da raschelt es…      … und plötzlich…

                          …springt ein Reh von rechts nach links direkt vor uns über den Weg.

Kaum war ich wieder bei Besinnung, sah ich etwas „Weisses“ dem Reh hinterher rennen; es war meine Galga. Sie war zwar langsam und hatte nicht den Hauch einer Chance das Reh einzuholen, aber sie war weg! 4 Stunden suchte ich den Wald ab, vergeblich. Ich bin vor Sorge fast gestorben. Dann gab es Sichtungen… Obwohl diese Galga keine Angsthündin war, hätte sie sich niemals von Fremden anlocken oder gar einfangen lassen. Als es dämmerte, gab es nur eine Möglichkeit für mich: Mit dem Auto fuhr ich ganz langsam die Waldwege ab, in der Hoffnung, dass meine Hündin mein Auto hört und zu mir kommt. Ca. 5 km vom Ort des Weglaufens entfernt, kam sie zwischen den Bäumen hervor und sprang durch die offene Wagentür ins Auto. Dazu muss ich nichts mehr zu sagen, oder? Ich hatte Glück!

Galga3 könnte eigentlich heute noch frei laufen. Sie kommt zuverlässig zurück, wenn man sie ruft. Das Problem bei ihr ist, das sie ohne Leine Angst vor anderen, frei laufenden Hunden hat. Sie schreit dann und läuft panisch weg. Das ist mir einmal passiert mit fremden Hunden. Sie wurde von ihnen über Kilometer weit gejagt. Zum Glück war keine Strasse in der Nähe und alles ging gut aus. Und sie selbst… jagt Jogger! Das Ableinen an manchen Stellen ist möglich, Freilaufen wie das beispielsweise bei einem Golden Retriever möglich ist, wird sie nie können.

Weitere lehrreiche Beispiele:

Die Galgos meiner Freundin, ein Rudel von 6 Hunden, liefen immer frei. Nach vielen Jahren kam es zur Wildbegegnung - alle brannten durch:

Zwei Hunde kamen direkt zurück, zwei nach wenigen Minuten,
einer wurde im Tierheim abgegeben, einer lag tot auf der Autobahn.

Drei Galgos einer Bekannten liefen immer frei, auch im Wald. Das ging jahrelang gut. Eines Tages kam es zur Wildbegegnung. Alle drei brannten durch:
Zwei kamen zurück, eine Galga nicht. Sie hatte sich durch einen Sprung mit einem herausstehenden Ast aufgespiesst und war sofort tot.

Ich könnte aus dem Stand heraus noch viele tragische Geschichten erzählen - wir mussten alle viel Lehrgeld zahlen und möchten das einfach anderen ersparen.

Dieses Thema wird seit langem rauf und runter diskutiert, früher schon in allen Foren, da gab es Facebook noch gar nicht. Manche von denen, die sich damals noch für uneingeschränkten Freilauf ausgesprochen haben, leinen heute nicht mehr so unbekümmert ab, einige Verluste waren einfach zu schmerzhaft.

Man kann nicht alles verhindern, aber so manches ist vorhersehbar. Vieles ist nicht nur leichtsinnig, sondern grob fahrlässig.

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Das Luftbild zeigt: Ein entlaufener Hund rennt auf 100ha Wald in 2,5 Std. ca.15 km ab.


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